IT-Lodge 2017


Digitale Transformation in drei Dimensionen


BSH-CIO Joachim Reichel beschreibt die Digitale Transformation des Weiße-Ware-Herstellers und wie sie sich auf Kunden, Produkte und Mitarbeiter auswirkt.

Auch bei der BSH Hausgeräte GmbH gilt: Die Digitalisierung verändert Geschäft und Organisation umfassend. CIO Joachim Reichel, der auf der IT-Lodge am 21. September darüber sprechen wird, hat drei Dimensionen identifiziert, in denen das Phänomen Digitalisierung und sein kompletter Scope gesehen werden sollten:

Zum ersten verändere sich viel, wenn nicht alles, für die Kunden: „Die Customer Journey wird eine ganz andere“, sagt Reichel. Zweitens treibe sich die Digitalisierung natürlich aus technischen Möglichkeiten – alles von Künstlicher Intelligenz über Augmented und Virtual Reality bis hin zu Big Data und Sensornetzen – „die früher nur ansatzweise erkennbar waren, heute aber umsetzbar sind.“ Und drittens, so der CIO, veränderten sich gegenwärtig viele Geschäftsmodelle von Grund auf. „Man denke nur an die Beispiele Uber und AirBnB“, aber auch Hardwarehersteller wie die BSH würden von der Digitalisierung getrieben.

Näher an die Kunden heranrücken

Das Kundenerlebnis – die erwähnte Customer Journey – verändere sich gegenwärtig dramatisch, urteilt Joachim Reichel. Das Internet biete viel mehr Auswahl und Vergleichsmöglichkeiten als der stationäre Handel. Extrem deutlich sei das bereits in China, wo kaum noch Offline-Kanäle verwendet würden. Auf dem umgekehrten Weg hätten die Hersteller – auch BSH – „viel bessere Möglichkeiten, näher an ihre Kunden heranzurücken und zu verstehen, was diese möchten“, sagt der CIO.

BSH ist nach seiner Überzeugung bei der Digitalisierung seiner Produkte mit der Plattform Home Connect gut aufgestellt. Sehr früh seien die Weichen Richtung Vernetzung gestellt worden, so dass man nun bereits „Früchte ernten“ könne. In der Produktentwicklung, berichtet er, würden digitale Architekturen in den Hausgeräten verwendet. Aktuelles Beispiel, auf der IFA in Berlin zu betrachten: ein Staubsauger-Roboter mit Sprachsteuerung mithilfe der Amazon-Alexa-Technologie.

Digitalisierung von oben steuern

Auch die interne Organisation und die Prozesse werden von der Digitalisierung transformiert. Reichel findet es „sehr positiv, dass sie nicht mehr allein ein Thema für IT-Nerds“ sei, sondern alle Bereiche umfasse. Immerhin: Als Treiber auf der Demand-Seite fungiert bei BSH ein Chief Digital Officer und die IT setzt die Digitalisierung im Supply-Umfeld um. Und: „Gesteuert wird die Digitalisierungs-Strategie vom CEO; da ist sie genau richtig angesiedelt“, bekräftigt der BSH-CIO. Schließlich gehörten ja Geschäfts- und Digitalstrategie untrennbar zusammen.

Change Management durch Überzeugung

Digitalisierung ist freilich auch ein Change-Prozess – für alle Mitarbeiter: „Ich muss mich als Individuum ändern“, räumt Reichel ein. Bei BSH wird diese Herausforderung mit einschlägigen Personalentwicklungsprogrammen begleitet. „Wir fördern agile Arbeitsweisen und neue Bürowelten, setzten außerdem die Methode des Design Thinking ein“, zählt der CIO auf.

Seine Überzeugung: „Am besten überzeugt man die Menschen, indem man zeigt, dass die Projekte funktionieren.“ Freilich werde es bestimmt auch welche geben, die nicht funktionieren. In diesem Zusammenhang fordert Reichel „eine offene Fehlerkultur, die es erlaubt, über die Gründe zu reden.“

Newsletter